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Systemische Familienmedizin

Zuletzt verändert: 22.02.2008 11:12

Die Auswirkungen körperlicher Krankheit auf die Familie haben für FamilientherapeutInnen und FamilienforscherInnen erst in jüngster Zeit wieder an Bedeutung gewonnen. Geht man allerdings zurück an die Ursprünge familientherapeutischer Vorgehensweisen, wird deutlich, dass dies nicht immer so gewesen ist. Die Wurzeln der systemischen Paar- und Familientherapie reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als SozialarbeiterInnen und PsychiaterInnen meist im Rahmen des "social work movements" begannen, mit Familien zu arbeiten, die durch körperliche Erkrankungen belastet sind.

Die systemische Familienmedizin zeichnet sich dadurch aus, dass sie die körperliche Krankheit und deren Auswirkungen auf das persönliche Leben der PatientIn und die zwischenmenschlichen Beziehungen der Familie ins Zentrum ihrer Bemühungen rückt. Sie kombiniert biopsychosoziale und familiensystemische Perspektiven und nutzt sie für die gleichzeitige Arbeit mit PatientInnen, Familien, den MitarbeiterInnen der medizinischen Institutionen, Selbsthilfegruppen und sozialen Diensten auf Gemeindeebene.

Die Anwendung familientherapeutischer Sichtweisen und Interventionstechniken auf die Themen der Organmedizin und auf die Strukturen der Gesundheitsversorgung basiert auf drei Prinzipien:

Wie kaum eine andere Berufsgruppe sind systemisch ausgebildete TherapeutInnen und BeraterInnen dazu qualifiziert, diejenigen interdisziplinären Kooperationsmodelle zu entwickeln, umzusetzen oder zu begleiten, die eine moderne, zukunftsorientierte patientenbezogene Medizin benötigt. In einer Zeit nicht zu übersehender professioneller Entsolidarisierung zeigt die systemische Familienmedizin einen Weg, wie BehandlerInnen, PatientInnen und Angehörige durch kooperative Zusammenarbeit an Zufriedenheit und Lebensqualität gewinnen können.

(Friedebert Kröger/DGSF)